Cebit 2014: Bringt Datability mehr Privatsphäre?
Cebit 2014: Was ist Datability? | Foto: Deutsche Messe AG/Cebit

Cebit 2014: Bringt Datability mehr Privatsphäre?

An Big Data führt auf der Cebit 2014 in Hannover kein Weg vorbei. Typisch für eine Messe blicken die Veranstalter dabei natürlich in die Zukunft: Wohin geht die Big-Data-Reise?

Klare Antworten darauf hat momentan freilich kaum jemand.

Und wohl auch weil das so ist, hat sich die (wie lange noch?) weltgrößte Computermesse in Hannover selbst unter das Motto Datability gestellt: Big Data trifft  Credibility. Was ist damit gemeint?

Diese Frage stellt sich offenbar auch Simon Hülsbömer, Leitender Redakteur der Computerwoche. Anfang der Woche bat er seine Leser, Datability in 140 Zeichen zu erklären. Bislang mit eher mäßigem Erfolg. Twitter-User  Carsten Waetke (@CWaetke) etwa mutmaßte mit leichter Ironie: „Datability: Die sofortige Vermeidung der Sammlung u. Verarbeitung von massenhaften nutzlosen Informationen #cwcebit

Big Data – wer übernimmt Verantwortung?

Die Cebit selbst definiert ihr Kunstwort Datability als „die Fähigkeit, große Datenmengen in hoher Geschwindigkeit verantwortungsvoll und nachhaltig zu nutzen“. Im Messe-Blog gibt es eine informative Grafik dazu. Der ist zu entnehmen, dass sich die im Jahr 2012 mit Big Data erzielten Einnahmen von 4,6 Milliarden Euro bis 2016 mehr als verdreifachen werden.  Auf nordamerikanischen Servern liegt demnach schon jetzt mehr als 3.500 Petabyte Daten, in Europa sind es gerade mal über 2.000 Petabyte. Unvorstellbare Zahlen, aus denen sich alles Mögliche herauslesen lässt.

Allein die Frage, wer hier wofür Verantwortung übernehmen sollte, bleibt offen. Die Unternehmen sind hier (zunächst) die falschen Adressaten. Gefragt ist vielmehr die Politik. Sie müsste eine Strategie formulieren, zum Beispiel wie wir Big Data und Privatsphäre in Einklang bringen wollen.

Was macht die Politik?

Gefragt ist vielmehr die Politik. Doch mehr als die „Big Data Days“ und ein Förderprogramm für den intelligenten Umgang mit großen Datenmengen („Smart Data – Innovationen aus Daten“) fördert die Google-Suche nach „bundesregierung big data“ bislang nicht ans Tageslicht. Der eigentliche Kern des  Themas „Datability“ ist in Berlin offenbar noch nicht angekommen.

Unter dem Eindruck der Snowden-Enthüllungen ist man in den USA bereits einen Schritt weiter. Präsident Barack Obama  hat im Januar eine Studie in Auftrag gegeben, die die technologische Dimension von Big Data und Privatsphäre untersuchen soll. Das Ergebnis soll in gut zwei Monaten vorliegen, und es dürfte zumindest einen Weg aufweisen, welche Daten wir wirklich sammeln wollen, wie wir sie verfügbar machen und wozu sie verwendet werden.

Merkel will „umfassenden Dialog“

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat in ihrem Grußwort zur Cebit 2014 angekündigt, dass auch „wir“ 2014 in einen umfassenden Dialog darüber eintreten wollen, wie unsere digitale Zukunft aussehen kann und soll.

Wir dürfen also gespannt sein, welche Impulse nicht nur von der Messe und den Unternehmen, sondern auch von der Politik ausgehen.

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