Big Data und wir: über Nutzen und Möglichkeiten von Big Data

Technologische Entwicklungen lassen sich nicht aufhalten, geschweige denn umkehren. Deswegen sollten alle Energien darauf verwendet werden, zu fragen, wie wir die neuen Technologien einsetzen. Im Falle von Big Data sind wir mit einer sprudelnden Quelle von Informationen und Wissen über fast alles konfrontiert. Ein geflügeltes Wort, das auf den englischen Philosophen Francis Bacon zurückgeht, lautet: “Wissen ist Macht”. Das neue Wissen, um das es hier geht, wird aus dem Rohstoff Daten gewonnen. Es ist ein Wissen, das es ermöglicht, die Bedürfnisse, Wünsche und das Verhalten der Menschen noch besser kennenzulernen. Mithilfe des Internets der Dinge, kann in Zukunft Wissen sogar von Bereichen erhoben werden, die sich unserer Wahrnehmung normalerweise entziehen. Daraus können Erkenntnisse gewonnen werden, die dabei helfen, einen intelligenteren Umgang mit Ressourcen zu betreiben. Oder Erkenntnisse, die unseren Umgang mit uns selbst und miteinander verbessern. Gerade wegen dem großen Potential, das in diesem Wissen liegt, sollten sich sowohl Unternehmen, als auch Staaten und jeder Einzelne für das Thema Big Data interessieren und über den Wert, den Nutzen und die Möglichkeiten bewusst werden.

Big Data zwischen Verschiebung und Auflösung von Grenzen

Die ersten sichtbaren Folgen von Big Data und Data Analytics ist das Verwischen von Grenzen. Eine exakte Unterscheidung zwischen dem Social Media Management und dem Customer Relationship Management in einem Unternehmen ist kaum noch zu treffen. Und vor allem: Wer managt überhaupt wen? Der Social Media Manager die Menschen im Social Media? Oder die Menschen in den sozialen Netzwerken die Marketing- und die Entwicklungsabteilungen? An allen Ecken und Enden werden sowohl die Grenzen zwischen Abteilungen innerhalb von Unternehmen als auch die Grenzen zwischen Unternehmen und Kunden aufgelöst. Wenn alle Grenzen durchlässiger werden, dann eröffnen sich damit völlig neue Chancen und Vorteile und zwar für beide Seiten.

Die ersten messbaren Erfolge mit Big Data im Marketing

Die Tools zur Echtzeitanalyse im Marketing stehen inzwischen bereit und warten nur darauf genutzt zu werden. Einer Studie von Forbes Insight zufolge erzielen Unternehmen, die Big Data im Marketing einsetzen, zu einem großen Teil mehr Gewinne, als für den jeweiligen Zeitraum erwartet wurde. Durch Datenanalysen in Echtzeit werden zwei Dinge erzielt. Erstens kann ein individueller Dialog mit den Kunden ermöglicht werden. Zweitens können die Erkenntnisse aus den Analysen von Big Data, etwa aus dem Marketing, direkt in die Forschungs- und Entwicklungsabteilungen zurückfließen. Beide dieser neuen Entwicklungen kommen vor allem dem Kunden zugute. Schon lange hat man erkannt, dass glückliche Kunden wertvoller sind als die bestplatzierteste Werbung. Der Rat eines Freundes wiegt mehr als die beste Werbeanzeige. Forbes Insights zufolge sind die Strategien, die auf das Vertrauen der Kunden zielen, auf mittlere und lange Sicht die erfolgreichsten. Das darf beim Thema Big Data nicht aus dem Blick geraten: Am anderen Ende von Big Data steht eine echte Community in sozialen Netzwerken. Oder die Bewohner einer Stadt: mit Sensoren in Mülleimern und Big-Data-Analysen ist es gelungen ein exaktes Datenprofil über das Müllaufkommen in Manchester zu erstellen. Anhand dieses Profils wurden die Versorgungswerke besser koordiniert und der Müll ökologischer entsorgt. Seither ist die Stadt sauberer und die Menschen darin glücklicher.

Der Anfang der Veränderung

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Der Marketingbereich ist nicht der einzige Unternehmensbereich, der durch Big Data eine vollständige Veränderung erfahren wird. Über die Echtzeitanalyse von Big Data wird der Kunde, also die Menschen, ins Rampenlicht gerückt: Welche Kunden reagieren auf welche Form der Ansprache? Wer genau sind überhaupt meine Kunden – welches Alter und welches Geschlecht haben sie? Sind es eher Stadtbewohner oder Menschen, die auf dem Land leben, und welchen Stil pflegen sie? Je genauer ein Unternehmen seine Kunden kennt, desto besser kann es auf ihre Wünsche und Bedürfnisse eingehen. Zur Umsetzung sind Veränderungen auch innerhalb der Unternehmen notwendig. Es werden neue Berufe entstehen, die Daten erheben, auswerten, darstellen und Konsequenzen daraus ziehen. Wir werden den Data Scientist und den Data Visualizer ebenso benötigen wie den Data Architect oder Daten Ingenieure. Sie sorgen dafür, dass wertvolle Einsichten gewonnen und umgesetzt werden. Dadurch werden alle an den Wertschöpfungskette beteiligten Prozessen, die beim Kunden anfangen und beim Kunden enden, überhaupt wahrnehmbar und in der Folge enger verzahnt werden.

Big Data und wir

Die Veränderungen werden auch jeden Einzelnen betreffen. Big-Data-Apps im Privatanwenderbereich bringen mehr Komfort und schaffen einen Spielraum zur Selbstoptimierung. Mit Wearables bekommen wir den nötigen Zugang zu Daten in allen möglichen Bereichen. Bereits Smartphones sind eine ideale Quelle für Daten, die Aufschluss über bestimmte Aspekte unseres Lebens geben können, die uns bisher verborgen geblieben sind. Die App „Reporter“ wertet Daten über unseren Alltag aus und stellt diese grafisch dar. Am Ende des Jahres lässt sich auf diese Weise ein Rückblick in Datenform realisieren. Diese personal Big Data helfen dabei, sich über Dinge bewusst zu werden und Veränderungen planbar zu machen. Das kann Essensgewohnheiten betreffen oder unser Verhalten beim Geldausgeben. Die App gewährt Einblick in die persönliche Fitness, zählt jeden Tag unsere getanen Schritte und zählt die Treppen, die wir hochsteigen. Vielleicht stehen wir jeden Tag auf dem Weg zur Arbeit eine Stunde im Stau, während wir für genau die Strecke eine U-Bahn oder den Bus nehmen könnten. Was technisch ausgedrückt Selbstoptimierung heißt, ist in diesem Fall gleichbedeutend mit wertvoller Lebenszeit, die man hinzugewinnt.

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