Big Data als Reiseführer: Warum die Reiseindustrie am Daten-Scheideweg steht

Noch nie war das Reisen so einfach und bequem – und dennoch steigt unser Anspruch an den eigenen Urlaub immer weiter. Wir wollen Erholung am Strand, so viele Sehenswürdigkeiten wie möglich besuchen, die Kultur neuer Länder kennenlernen – und das Ganze bei möglichst geringem Aufwand und in kürzester Zeit.

Der Wunsch nach intelligenten Reiseerlebnissen zwingt Unternehmen dazu, ihre Angebote mit Hilfe von Big Data individuell auf die Bedürfnisse und Vorlieben der Kunden abzustimmen. Noch wählen wir unsere Reiseziele selbst aus und planen Reiserouten, Stops und Restaurant-Besuche. In Zukunft könnte das alles Big Data für uns übernehmen.

Der perfekte Road-Trip durch die USA

Randal Olson, Blogger und Doktorand der Michigan State University, hat es sich kürzlich zur Aufgabe gemacht, einen perfekten und möglichst effektiven Roadtrip durch die USA zu planen. Mithilfe eines selbst entwickelten Algorithmus berechnete er die besten Verbindungen und Distanzen zwischen den Top-Spots des Landes, damit die Reise so kurz wie möglich wird.

Den Masterplan für Reisen, den er auch gleich auf Europa übertrug, hat Olson bei Google Maps visuell umgesetzt. Sein französischer Blogger-Kollege Simpki optimierte den Roadtrip durch Europa sogar noch und berechnete auf Grundlage der vorgegebenen Route die günstigste Reisemöglichkeit.

Olsons Trip führt durch alle 48 Staaten des Festlandes der USA, lediglich Alaska und Hawaii werden nicht besucht. (Quelle: Randal S. Olson)

Olsons Trip führt durch alle 48 Staaten des Festlandes der USA, lediglich Alaska und Hawaii werden nicht besucht. (Quelle: Randal S. Olson)

Big Data wird die Reiseindustrie revolutionieren

Was beide Blogger noch mühsam und für einen ganz besonderen Trip berechnet haben, könnte dank Big Data in Zukunft für jede Reise und jeden Kunden individuell angeboten werden und damit die Reiseindustrie revolutionieren.

Schon heute finden Vergleichsportale sekundenschnell die besten Preise für Flüge, Hotels und Mietwagen. Apps geben uns einen Überblick über alle gebuchten Reisinformationen, Zoll- und Einreisebestimmungen und spielen den Reiseführer vor Ort.

“Das richtige Hotel und perfektes #Sightseeing: Wie #BigData zum #Reiseführer wird.“

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Doch die Grenzen von Big Data und der Vernetzung der gesammelten Daten sind lange nicht erreicht. Bereits 2013 zeigte eine große, weltweite Studie im Auftrag von Amadeus, dass die Reiseindustrie am Big-Data-Scheidweg steht.

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Schon in absehbarer Zeit könnten wir unsere Urlaubsplanung lediglich durch unser Reiseziel und die Dauer unseres Aufenthalts bestimmen. Der Flug mit unserer bevorzugten Airline, das zum Budget passende Hotel und der selbstfahrende Mietwagen am Flughafen werden automatisch gebucht.

Big Data verrät uns, wohin wir reisen wollen

Vor Ort bieten uns Reiseveranstalter auf unsere Vorlieben abgestimmte Ausflüge, ein perfektes Wellness-Angebot oder verweisen per App auf die Geheimtipps unserer Facebook-Freunde. Die Kombination aus Mobil- und GPS-Daten sowie deren Auswertung sagt uns, wann ein beliebtes Touristenziel gerade besonders überlaufen ist. Und auch die Wetterentwicklung wird bei der Planung unseres Trips in Echtzeit berücksichtigt.

Führt man dieses Gedankenexperiment zu Ende, werden Big Data und unsere Daten uns sogar verraten, wohin wir eigentlich reisen wollen.

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