Big-Data-Trend: Telematiktarife in der Versicherungsbranche
Big-Data-Trend: Telematiktarife in der Versicherungsbranche | © Bacho @ Shutterstock.com

Big-Data-Trend: Telematiktarife in der Versicherungsbranche

Die Einführung von sogenannten Telematiktarifen spaltet die Versicherungsbranche in zwei Lager. Während die ersten Krankenkassen die Anschaffung von Smart Watches oder Fintessarmbändern bezuschussen und Tarifvergünstigungen gewähren, lehnen andere Kassen dies strikt ab. Gründe, die gegen Telematik in der Versicherungsbranche sprechen, sind das Solidaritätsprinzip, auf dem die Kassen beruhen und datenschutzrechtliche Bedenken. Viele Kassen können und wollen im Fall von Fitnessbändern nicht kontrollieren, wer sie besitzt oder nutzt. Zudem befürchten sie, dass eine Art Zwei-Klassen-System entsteht, in dem die Kosten ungleich verteilt sind.

Pro Telematik: Diese Vorteile können entstehen

Diesen Einwänden steht eine ganze Reihe von positiven Effekten gegenüber, die durch die Telematik erreicht werden können. Die nachgewiesene Auswirkungen von E-Health auf die Gesundheit ist dabei der Aspekt, auf dem sie beruhen. Weniger Arztkosten, weniger Kosten für Medikamente, weniger Krankheitsausfälle führen zu weniger Kosten für die Versicherungspolicen. Darüber hinaus profitiert die medizinische Forschung von den Daten der Fitnsesstracker, Smartphones und Smart Watches.

Telematiktarife bei Autoversicherungen

Die Versicherungen Allianz, HUK Coburg, VHV und Itzehoer Versicherung sind die ersten Anbieter auf dem Versicherungsmarkt, die ankündigten, Telematiktarife einzuführen. Die Allianz kann bereits auf eine erfolgreiche Umsetzung dieses neuen Modells in Italien blicken. Dort verändert Big Data bereits die Versicherungsbrache: zwei Millionen Italiener ließen Blackboxes in ihre Autos installieren, die nun ihren Fahrstil aufzeichnen. Wer sich an die Straßenverkehrsordnung hält, profitiert von Vergünstigungen.

“Wer eine #Blackbox installiert, kann von neuen #Telematiktarifen einiger Versicherer profitieren.“

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Die Anzahl der Sensoren in Autos und das Datenaufkommen ist enorm hoch, so dass an der Sammlung und (Echtzeit-)Auswertung nicht nur die Versicherungen interessiert sind.

Perspektiven: Telematik in anderen Branchen

Neben der Versicherungsbranche verspricht sich vor allem die Automobilindustrie viel von dem Einsatz von Telematik-Systemen. Die drei großen Autohersteller Audi, BMW und Mercedes schmiedeten eine Allianz, um gegen die Internetgiganten Google und Apple anzukommen. Gemeinsam kauften sie den Kartendienst Nokia Here, den sie als Joint Venture weiterentwickeln. Das Ziel der Allianz ist es, umfassendes 3-D-Kartenmaterial zu sammeln und in Zukunft für das automatisierte Fahren zu nutzen.

Hierzu sind äußerst präzise Karten notwendig, die nicht mit der heute zulässigen Toleranz von bis zu 2 Metern arbeiten können. Bei der Erstellung der Karten ist es nötig 700.000 Messpunkte pro Sekunde zu erfassen. Der Weg zu einem so detaillierten Kartenmaterial geht über telematische Systeme in herkömmlichen Fahrzeugen. Autos werden zukünftig dauerhaft zu fahrenden Messsystemen werden. Dies ist notwendig, um in Echtzeit das Kartenmaterial für Navigationssysteme und selbstfahrende Autos auf dem aktuellen Stand zu halten. Dadurch kann die genaue Position von Baustellen, Pannenfahrzeugen oder anderen Gegenständen erfasst und weitergegeben werden.

“#Krankenkassen unterstützen #Smartwatches & Co: So verändert die #Telematik die Versicherungsbranche.“

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Von Vorteilen wie diesen werden immer mehr Branchen ihren Nutzen haben. Den Automobilherstellern werden die Logistikunternehmen und Reiseunternehmen folgen. Bei der Bewertung der Möglichkeiten durch die neuen Technologien, wird entscheidend sein, wie sie eingesetzt werden. Die Versicherungsbranche ist die erste, die unter Beweis stellen kann, dass der Nutzen von Big Data nicht auf Kosten der Allgemeinheit geht.

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