Google Suggest: Schöner suchen mit Big Data – Teil 2
Spiel mit Assoziationen | Quelle: Pixabay

Google Suggest: Schöner suchen mit Big Data – Teil 2

Vorteile und Chancen

Wer einen Namen aufgeschnappt, aber den genauen Zusammenhang vergessen hat, dem hilft Google Suggest mit häufig damit verbundenen Begriffen weiter. Auch wer zu einem Thema recherchieren muss und keine Ahnung hat, wo er beginnen soll, den kann die Funktion auf eine erste Spur bringen.

Nutze ich Google Suggest jedoch als einziges Navigationssystem für die Recherche, so werde ich eher über die Autobahn geleitet als über die verborgenen Seitenpfade. Die Chance, einzigartige Schätze im Netz zu entdecken, ist dadurch naturgemäß geringer.

Umgekehrt lässt sich rasch feststellen, welche Assoziationen zu bestimmten Begriffen besonders populär unter den Benutzern sind. Kürzlich erwuchs daraus sogar eine Kampagne der Vereinten Nationen, nachdem die Vorschläge zu „Women should“ nicht besonders von emanzipatorischen Gedanken geprägt waren.

Wenn künstliche Intelligenz versagt

Der Algorithmus ist kein denkender Mensch; er kann nur auf die Eingaben der Benutzer reagieren. Daraus ergeben sich teils sinnlose und oft auch sehr komische Vorschläge. Bei der Autokomplettierung von „Ich hasse es wenn“ handelt es sich um ein regelrechtes Netzphänomen, welches zu solchen Vorschlägen wie Ich hasse es wenn Jesus Dinosaurier in mein Haus reitet führen kann. Möglicherweise sind bestimmte Vorschläge also das Ergebnis einer gezielten wiederholten Eingabe der Netzgemeinde mit nicht ganz ernsten Absichten. Deutlich wird also: Es steckt im Normalfall keine menschliche Intelligenz hinter den Vorschlägen. Angesichts der Datenmengen wäre das ohnehin unmöglich.

Allerdings bedeutet das nicht, dass die Ergebnisse von Google nie von Menschen beeinflusst sind. Beispielsweise ist die Funktion bei vulgären Suchbegriffen deaktiviert. Dies ist der Grund, warum man zu Manuel Neuer zahlreiche Suchvorschläge erhält, während sein früherer Kollege Jörg Butt relativ ergebnisarm bleibt. Dies erklärt sich rasch aus der Bedeutung des Nachnamens im englischen Sprachraum. Auch das oben erwähnte Women should liefert mittlerweile keine frauenfeindlichen Ergebnisse mehr.

Doch zumindest kann das Spiel mit Assoziationen einen regnerischen Aprilnachmittag versüßen. Dazu hat etwa die Süddeutsche Zeitung zwei amüsante Artikel veröffentlicht.

Dieser Beitrag gehört zu einer vierteilige Serie über die Chancen und Risiken von Google Suggest.

Weiterführende Links:

Zur UN-Women-Kampagne:

  • http://www.blu-news.org/2013/10/23/bei-autovervollstaendigung-sexismus/
  • http://www.i-ref.de/2013/10/22/women-shouldnt-eine-kampagne-der-un-gegen-sexismus/

Spaß mit Autocomplete:

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